Universität für angewandte Kunst Wien
ao.Univ.-Prof. Mag. art. Dr. phil. Marion Elias (interim. Leiterin)

Ästhetik der Farben

VO, zweistündig Vorlesungen (VO), S40181, 2.0 SemStd.

Nur im Wintersemester: VO jeweils mittwochs, 12.30h c. t.-14.00h, EXPOSITUR POSTGASSE 6, 2. STOCK, SEMINARRAUM PHILOSOPHIE

Erweiterung der technologischen Basis ("Handwerk") der Malerei zur kritischen Betrachtung des Themenkreises "Farbe" in Theorie und Praxis.

Die Alltagssprache verwendet den Ausdruck ästhetisch oft als Synonym für "schön, geschmackvoll, ansprechend". In der Wissenschaft dagegen bezeichnet der Begriff die gesamte Kategorie von Eigenschaften, die darüber entscheiden, wie wir Objekte wahrnehmen, auch und insbesondere, ob wir sie als schön oder hässlich empfinden.

Bis zum 19. Jahrhundert wird Ästhetik (gr. aísthesis, Wahrnehmung) häufig mit der Lehre von der Schönheit gleichgesetzt. Die Philosophie ist inzwischen von diesem Verständnis abgerückt. Sie versteht "Ästhetik" meist entweder als die Theorie und Philosophie der sinnlichen Wahrnehmung, oder aber als (soziologische) Theorie von Kunst bzw. Design. Demnach entscheiden über den ästhetischen Wert eines Objekts nicht die Begriffe "schön" und "hässlich", sondern die Art und Weise der Sinnlichkeit und/oder Sinnhaftigkeit in Verbindung mit dem Zeichensystem des Objekts. Empirische Wissenschaften wie die experimentelle Psychologie dagegen sprechen nach wie vor von Ästhetik als dem Versuch, die Kriterien zu erfassen, nach denen Menschen Dinge - auch jenseits der Kunst - als "schön" oder "hässlich" beurteilen. Dies entspricht auch dem Begriff aesthetics, wie er im angelsächsischen Raum noch verwendet wird. Wahrnehmung ist immer an eine Kette von Automatismen gebunden.

Im Zusammenhang mit Farbe berührt Ästhetik ein Fundament der Malerei, das, historisch wie aktuell, in der Vorlesung mehr sinnlich-technologisch und materialbezogen als übersinnlich behandelt wird. Die Geschichte der Farbe und Färbemittel ist dabei eines der zentralen Themen. Ebenso sollen im sogenannten Alltag eingebürgerte "Normen" oder Unstimmigkeiten kritisch aufgeworfen werden - beispielsweise der literarisch festgehaltene Unsinn, ein "Gesso auf Acrylbasis" sei wasserlöslich...

Anmeldungen ab sofort unter:
irene.gerersdorfer@uni-ak.ac.at
robert.maierhofer@uni-ak.ac.at

(Marion Elias)