Universität für angewandte Kunst Wien
ao.Univ.-Prof. Mag. art. Dr. phil. Marion Elias (interim. Leiterin)

Niemandsland; zwischen Kunst und Wissenschaft

Schön ist, was schön ist...?
Philosophie, Seminar, zweistündig) Seminar (SE), S40374, 2.0 SemStd. "Renaissance 2. Rinascità, versione 2.0"

Termine generell donnerstags um 14.30h c. t. - 16.00h EXPOSITUR POSTGASSE 6, 2. STOCK, SEMINARRAUM

NEUEINSTIG JEDERZEIT MÖGLICH !!!

Meine Vorliebe für die Frecce Tricolori kommt nicht von einer martialischen Gesinnung, sondern hat seine Basis in der Tatsache, daß mein Vater Berufspilot gewesen ist.


Die Frage, ob (bildende) Kunst Wissenschaft wäre, präziser gefasst, ob Malerei eine Art von Wissenschaft sei beziehungsweise welches denn der ach so gravierende Unterschied zwischen den beiden Bereichen zu sein hat, zieht sich durch die ganze "Geschichte der Bilder". Sind denn nun Kunstproduzenten ausschließlich "bauchfokussiert" und ist Erkenntnis an Mikroskope und Laboratorien gebunden?

In der Lehrveranstaltung soll ein immer noch brisanter Themenkreis, der schließlich einen Unterton von "Minderwert und Mehrwert" transportiert, anhand "klassischer" Formulierungen aus der Kunsttheorie und Kunstpraxis kritisch überprüft sowie aktuellen Positionen gegenübergestellt werden. Blickrichtung dabei bleibt vor allem das Interesse bildender KünstlerInnen, sich in einer text- und kontextlastigen Szene heute auch wörtlich - behaupten zu können.

Im Studienjahr 2017/18 wird einer Motivkette zwischen philosophischer, ästhetischer und künstlerischer "Position" des Rinascimento (Renaissance) ebenso besonderer Augenmerk geschenkt wie einem generellen überblick zur "Geschichte des Denkens" (sowohl seit der Antike wie kurz auch in einem außereuropäischen Zusammenhang), wobei zusätzlich der Begriff "Ästhetik" - auch und gerade in kontemporärer Ausrichtung - zur Überprüfung ansteht. Weiters soll die über Jahreszahlen festgelegte "Termindefinierung" der Epoche (sowie anderer Epochen) ebenso kritisch betrachtet werden wie das angeblich so düstere Mittelalter davor und die sich später andeutende "Aufklärung" in Deutschland wie in Frankreich. Seitenthemen wie die so modisch gewordenen "künstlerische Forschung" oder das Problem des "europäischen Blicks" gehören ebenso zu den anstehenden Punkten. Denn generell ist Kunst - immer auch Forschung und Erkenntnisgewinn - oder nicht?

Einer der Kernpunkte ist - ganz nebenbei - die simple Frage: Philosophie - für KünstlerInnen - wozu? Was ist das "offene Kunstwerk" und bedeutet denken immer nach-denken? Das Seminar versteht sich als positiver Bogen zur neuen Lehrveranstaltung Aisthesis. Aus aktuellem Anlaß wird ebenfalls der Themenkreis "Auchentaller" mitvorgestellt werden. Und: Niemandsland ist der Bereich zwischen feindlichen Linien - ein Gebiet, das - nirgends - dazugehört.

Das Seminar hat zwar seit einiger Zeit ein- und denselben Titel, die Inhalte sind allerdings je verändert, mag sein sogar "neu"...

Anmeldungen ab sofort unter:
irene.gerersdorfer@uni-ak.ac.at
robert.maierhofer@uni-ak.ac.at

(Marion Elias)